Montag, 17. September 2007

Risiko belohnt

Viele Schwächen beim 28:28 gegen Rhein-Neckar Löwen
HSV-Handballer leisten sich den ersten Makel in der Heimbilanz

Von Christian Görtzen
Dreieinhalb Minuten waren noch zu spielen. Im Handball ist das eine halbe Ewigkeit, noch dazu in der Schlussphase. Aber Martin Schwalb ging volles Risiko. Alles oder nichts, lautete die Devise des HSV-Trainers. Er nahm Johannes Bitter aus dem Tor und schickte dafür Pascal Hens auf das Parkett. Durch Hens als zusätzlichen Spieler wurde die 5:6-Unterzahl wieder ausgeglichen. Nur stand niemand mehr im Tor. Mit 25:27 lag der HSV Handball zu dem Zeitpunkt gegen die Rhein-Neckar Löwen zurück. Allen war klar: Wenn das nach hinten losgeht und die Gäste das 25:28 erzielen würden, wäre die Partie verloren.
Doch Hans Lindberg behielt die Nerven und brachte den HSV auf 26:27 heran. Schwalb nahm 2:01 Minuten vor Schluss eine Auszeit. Zeit für große Emotionen. Der ins Tor zurückgekehrte Bitter schrie in einer Art und Weise, die zwischen Tarzan und King Kong anzusiedeln ist, ins Publikum. Er wollte die 6456 Zuschauer in der Color Line Arena zu noch stärkerer Unterstützung animieren. Doch die waren schon längst durch den Krimi gefangen. Niemand saß mehr. Alle standen, klatschten rhythmisch Beifall und hörten nicht auf damit, stakkatoartig "HSV" zu rufen. Als Bertrand Gille 17 Sekunden vor dem Ende die Gastgeber mit 28:27 in Führung brachte, brach ein Aufschrei der Begeisterung aus. Doch neun Sekunden vor der Sirene glich Mariusz Jurasik zum 28:28 für die "Löwen" aus. Dabei blieb es.
Die Mienen der Hamburger Spieler verrieten, dass es sich eher um einen verlorenen als um einen gewonnenen Punkt handelt. Und das, obwohl die Hamburger zur Pause mit 12:17 zurückgelegen hatten und auch noch bis zur Mitte der zweiten Halbzeit mit fünf Treffern im Nachteil waren.
"Wir wollten zu Hause keine Punkte abgeben. Demzufolge handelt es sich also um einen verlorenen Punkt", sagte Bitter, der nur eine mittelmäßige Leistung geboten hatte. Viele Bälle rauschten ihm durch die Beine ins Tor. Auch sonst lief beim HSV lange Zeit wenig zusammen. Pascal Hens (vier Tore) spielte schwach, Krzysztof Lijewski war auf der Spielmacherposition zu hektisch, mehrfach stimmten die Laufwege nicht, und etliche technische Fehler sorgten dafür, dass ein Spielfluss gar nicht erst zustande kam. Selbst HSV-Präsident Andreas Rudolph verlor darüber seine Ruhe. "Seid ihr denn bescheuert?", rief er in der 39. Minute laut aus, als seine Spieler erneut eine gute Chance auf einen Gegenstoß verstolpert hatten.
"Man muss auch mal mit einem Punkt zufrieden sein", resümierte HSV-Trainer Martin Schwalb. "Wir haben gekämpft wie die Löwen und hauen nicht jede Mannschaft aus der Halle." Auch Rudolph bewertete das Ergebnis noch positiv. "So ein Punkt kann am Ende die Meisterschaft bringen", sagte er. Der verlorene Punkt kann aber auch zum Titel fehlen.
HSV-Handballer leisten sich den ersten Makel in der Heimbilanz

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Nur eine Zerrung

HSV-Kapitän Guillaume Gille fällt auf unbestimmte Zeit aus

Hamburg (dpa/lno) - Handball-Vizemeister HSV Hamburg muss in den kommenden Wochen auf seinen Kapitän Guillaume Gille verzichten. Zwar bestätigte sich bei der Kernspin-Tomographie der befürchtete Muskelfaserriss nicht, allerdings wurde eine schwere Zerrung der rechten hinteren Oberschenkelmuskulatur diagnostiziert. «Wir sind sehr froh, dass es kein Muskelfaserriss ist, aber es ist schon bitter, dass 'Gino' trotzdem wohl drei bis vier Wochen ausfallen wird», sagte HSV-Trainer Martin Schwalb am Montag. Wann der Franzose wieder
einsatzbereit sein wird, ist zur Zeit noch offen.
HSV-Kapitän Guillaume Gille fällt auf unbestimmte Zeit aus
Damit fällt Gino wohl bei den schweren Spielen gegen Viborg, Moskau und Flensburg aus. Drücken wir die Daumen das er spätestens gegen Gummersbach wieder dabei ist.

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Junge komm bald wieder

Handball HSV gibt beim 28:28 gegen Rhein-Neckar ersten Bundesliga-Zähler ab
Gekämpft wie die Löwen
Punktgewinn oder -verlust? Dem Vizemeister fehlt auf jeden Fall Kapitän Guillaume Gille.

Von Stefan Reckziegel

Hamburg -

Der Krimi geht weiter", lautet in dieser Saison das Motto beim HSV Hamburg - Edgar Wallace lässt grüßen. Die populären Verfilmungen des englischen Schriftstellers hatten in den 60er-Jahren in der Regel eine Länge von gut 90 Minuten.

In der Color-Line-Arena hielt es nach 59 Minuten kaum einen der 6500 Besucher auf dem Sitz: Erstmals seit der zwölften Minute (8:8) hatte der deutsche Handball-Vizemeister gegen die Rhein-Neckar Löwen durch den Südkoreaner Yoon zum 27:27 ausgeglichen. Und als der französische Kreisläufer Bertrand Gille in der 60. und letzten Minute sogar zum 28:27 traf, glich die Halle trotz des leeren Oberrangs einem Tollhaus. Der Pole Mariusz Jurasik sorgte mit seinem Siebenmeter zehn Sekunden vor Schluss für einen jähen Spannungsabfall beim Weltmeister-Ball in der Bundesliga.

Mit dem 28:28 (12:17) hatte der Europacupsieger der Pokalsieger aus Hamburg den ersten Punkt in dieser Saison abgegeben. WM-Torwart Henning Fritz, einer von sechs Titelträgern bei Rhein-Neckar, hatte sich mit nur zwei Paraden zwar nicht als "Der Hexer" entpuppt, jedoch erinnerte die gegnerische Tor-Zone für die Männer von HSV-Trainer Martin Schwalb nach 6:3-Führung (8.) später an ein anderes Wallace-Werk: "Der rote Kreis".

Von der zwölften bis zur 21. Minute blieb der HSV um die Weltmeister Pascal Hens und Torsten Jansen ohne Treffer, scheiterte am beweglichen polnischen Vizeweltmeister und Fritz-Ersatz Slawomir Szmal, der zwölf von 35 Bällen hielt, und war in der Abwehr nicht zupackend genug. Johannes Bitter brachte es auf den Punkt: "In der ersten Halbzeit haben wir hinten nicht gut gestanden und vorne einiges weggeschmissen. In der zweiten Hälfte wurde es hinten etwas besser, auch wenn vorn nicht alles geklappt hat", sagte der Weltmeister im HSV-Tor (zwölf Paraden bei 27 Würfen) und Publikumseinpeitscher.

"Jogi hat uns in der zweiten Hälfte gut unterstützt", urteilte Schwalb, der trotz starken Beginns "ein gewisses Maß an Unsicherheit" im Team registrierte. "Die Laufwege stimmten nicht mehr, die Ballsicherheit fehlte noch, die Automatismen sind noch zu wenig drin", sagte der HSV-Trainer. Technische Fehler und Fehlwürfe bei Tempogegenstößen (Guillaume Gille, Jansen) verhinderten einen früheren Ausgleich. Zudem: Bundesliga-Torschützenkönig Yoon (nur 3 Treffer) fehlen nach der verpassten Olympia-Qualifikation mit Südkorea rund zwei Wochen Vorbereitung. Cool und bester HSV-Werfer blieb Hans Lindberg, der (Reserve-)Weltmeister Stefan Schröder verdrängt hat.

Während sich Rhein-Neckar-Coach Juri Tschewtsow unsicher war, ob er angesichts der individuellen Klasse seines Star-Ensembles mit einem Zähler zufrieden sein sollte, machte Schwalb noch einen Punkt gut: "Wir haben gekämpft wie die Löwen . . ."

Beim Fight um die Bundesligaspitze und im DHB-Pokal fällt Kapitän Guillaume Gille (31) jedoch erst einmal aus: Der Rückraum-Mitte-Spieler erlitt eine Oberschenkelverletzung. Bei einer Kernspin-Tomographie soll heute untersucht werden, inwieweit der Muskel lädiert ist. "Er ist unser Schlussstein und zählt zu den Spielern, die wir nicht verlieren dürfen", sagt HSV-Sportchef Christian Fitzek. Bittere Ironie: Falls Gille wochenlang ausfällt, wäre Rhein-Neckars Spielmacher Oleg Velyky, der seine Klasse zeitweise zeigte, schon vor seinem Vertragsbeginn im Juli 2008 in Hamburg sehr gut zu gebrauchen . Auch wenn er nicht - Wallace lässt grüßen - "Der grüne Bogenschütze" ist.
Gekämpft wie die Löwen

Hoffentlich stellt sich Ginos Verletzung nicht als so dramatisch raus. Es ist nun mal unsere einzige Position auf der wir kein Weltklasse Backup haben.

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Sonntag, 16. September 2007

Das ist bitter

Schock nach Krimi
Nur 28:28 gegen Rhein-Neckar Löwen / Guillaume Gille fällt wochenlang aus

DIRK HOFFMANN, LARS ALBRECHT

Die Analyse des 28:28 (12:17) gegen die Rhein-Neckar Löwen fiel den HSV Handballern nicht leicht. Desolate erste Halbzeit, tolles Comeback und in den Schlusssekunden doch noch den Ausgleich kassiert. "Wir sind Menschen, keine Maschinen", meinte Trainer Martin Schwalb nach dem ersten Punkverlust der Saison. Das gilt auch für Guillaume Gille. Der Kapitän musste mit Verdacht auf Muskelfaserriss raus und wird seinem Team länger fehlen. Ein echter Schock!

"Solch einen Schmerz hatte ich noch nie", stöhnte "Gino" auch gestern noch. In der 57. Minute war es passiert: Im Duell mit Oleg Velyky machte Gille einen Ausfallschritt, ging zu Boden und hielt sich den rechten Oberschenkel. Heute früh steht die endgültige Diagnose fest. Schwalb: "Gino wird wohl einige Wochen und damit auch am 30. September gegen Flensburg fehlen. Jetzt müssen andere zeigen, was sie draufhaben." Vornehmlich wird Bruno Souza die Spielmacherrolle übernehmen.

Dass es gegen die Löwen doch noch einen Punkt gab, hatte der HSV u. a. Souza zu verdanken. "Bruno hat sich voll reingehängt", lobte Schwalb. Das galt im zweiten Durchgang auch für das gesamte Team. "Schlechter als in der ersten Halbzeit kann man auch gar nicht spielen", so Toto Jansen. 17 Sekunden vor Schluss hatte Bertrand Gille sogar das 28:27 erzielt, doch Jurasik konnte per Siebenmeter noch ausgleichen. Schwalb: "Dieser kleine Schlag tut uns ganz gut. Wir hauen nicht jeden weg."
Schock nach Krimi


Das uns die erste Verletzung der Saison ausgerechnet auf unser Achillesferse erwischt ist wirklich bitter. Hoffentlich kann die Medi Abteilung Wunder vollbringen.

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Bäumchen wechsel dich

Unbestätigten Gerüchten zu Folge könnte die Lösung ein Ringtausch Tkacyzyk zu den Rhein-Neckar-Löwen, Velyky zum HSV und Souza nach Magdeburg sein,


SCM bestätigt finanzielle Probleme - Bringt Ringtausch die Rettung?

Mitten in der Saison ist so ein Tausch schon recht problematisch, wobei ich denke Oleg noch am einfachsten bei uns zu integrieren ist.

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Verloren, gewonnen?

Vize-Meister HSV konnte mit einem Kraftakt die erste Saisonniederlage gerade noch abwenden.
Die Hanseaten kamen im Top-Spiel nach einer Achterbahnfahrt zu einem 28:28 gegen die Rhein-Neckar Löwen.
Trainer Martin Schwalb atmete auf, obwohl sein Team in der Schlussminute sogar führte.
"Alles läuft in die richtige Richtung", sagte der frühere Nationalspieler im Gespräch mit Sport1.de. "Das war ein absolutes Spitzenspiel zweier Mannschaften, die hoch hinaus wollen. Nach dem Rückstand haben wir eine tolle Aufholjagd gezeigt. Das Remis ist leistungsgerecht."


Am Ende haben wir sicher noch einen Punkt gewonnen und haben die drei Punkte die Andreas Rudolph sich am Anfang der Woche gewünscht hat. Wenn ich natürlich auch gerne beide Punkte gestern in Hamburg behalten hätte, so war es doch schön mal wieder ein spannendes Spiel zu sehen zu bekommen.

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Samstag, 15. September 2007

Hände weg von unseren Punkten

Oleg Velyky: Ein Zehner hat es in der Hand

HAMBURG -

In seinem Team trägt er die Nummer zehn. Die hat im Handball zwar nicht solch einen Stellenwert wie (einst) im Fußball, steht im Fall Oleg Velykys aber für Spielkunst. "Wenn er gesund ist, ist er der beste Spieler der Welt", meint Christian Fitzek, Sportchef des HSV Hamburg. An diesem Sonnabend (15 Uhr, Color-Line-Arena) zeigt der Hochgelobte beim Weltmeister-Ball mit zehn goldigen Kerlen sein Können auf des Gegners Seite, den Rhein-Neckar Löwen. Von Juli 2008 an ist der gebürtige Ukrainer hier öfter zu erleben, von da an gilt sein Dreijahresvertrag.

HSV-Coach Martin Schwalb hätte den 29-Jährigen schon jetzt gern in und vor seinem Kreis begrüßt - die Position des Spielgestalters ist beim Europacupsieger HSV nur mit Kapitän Guillaume Gille (31) erstklassig besetzt. Velyky glänzt aus der Rückraummitte mit Anspielen und Toren. 17 warf er in drei Saisonspielen für die Löwen, mit denen er als deutscher Pokalfinalist im Europacup spielt. Die Champions League mit Bundesliga-Vize HSV hätte ihn mehr gereizt. 400 000 Euro Ablöse für einen Wechsel des EM-Torschützenkönigs 2000 waren aber auch dem gewiss nicht knauserigen Andreas Rudolph zu viel.

Da der HSV-Boss den Vertrag mit Velyky schon vor eineinhalb Jahren schloss, dürfte es ihn freuen, wenn sich dessen Marktwert noch erhöht. Velyky ist mit Gold dekoriert, spielte bei der Heim-WM indes verletzungs- und krankheitsbedingt (Lymphknotenoperation) keine Minute. Umso mehr freut es Velyky, dass ihn Bundestrainer Heiner Brand für das Länderspiel am 26. September in Wetzlar gegen Rumänien berief. Velyky: "Die EM in Norwegen im Januar ist mein großes Ziel. Ich fühle mich gut und bin fit."

HSV-Kreisläufer Dimitri Torgowanow sieht nach seiner mit 17 Stichen genähten Augenverletzung zurzeit zwar nicht so aus, trainierte am Freitagmittag indes schon wieder mit. Bis dahin waren 5800 Tickets für das Bundesligaspitzenspiel verkauft. Hinter den Toren werden Stühle aufgestellt. Rudolph hofft auf knapp 7000 Fans und einen Sieg mit sechs bis acht Toren, "wenn wir so spielen wie beim 29:24 in Magdeburg".

Oleg Velyky: Ein Zehner hat es in der Hand

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Parade der Handball Weltmeister

Hängt der HSV die Löwen schon ab?
Heute (15 Uhr) kommt "Geheimfavorit" Kronau / Zehn Weltmeister laufen auf


LARS ALBRECHT

Dieses Duell lässt er sich auf keinen Fall entgehen. "Ich werde spielen", sagte Dimitri Torgovanov nach dem gestrigen Training. Auch die mit 17 Stichen genähte Wunde über dem rechten Auge kann die russische Abwehr-Kante nicht von dem Duell mit seinem Ex-Klub, den Rhein-Neckar Löwen, abhalten. Mit einem Sieg heute (15 Uhr, Color Line Arena) könnte der HSV den "Geheimfavoriten" aus Kronau im Kampf um den Titel bereits abhängen. Doch einfach wird die Aufgabe nicht.

Zwei Pleiten mussten die hoch eingeschätzten Löwen in dieser Saison bereits hinnehmen. Einem blamablen 30:35 bei Aufsteiger Essen folgte ein achtbares 25:26 gegen Kiel. Manager Thorsten Storm: "Wir sind noch nicht so weit, um ganz oben mitzuspielen. Nur der HSV kann Kiel diese Saison Paroli bieten." Der Ex-Kronauer Torgovanov traut dem Braten nicht: "Die Löwen haben ein sehr starkes Team, wollen sich die verloren Punkte bei uns wiederholen."

Besonderen Respekt hat der 35-Jährige vor seinem Freund Oleg Velyky. "Oleg ist echt gefährlich", sagt "Pino". "Ich habe mit ihm telefoniert. Die stehen ganz schön unter Druck." Spielmacher Velyky, der 2008 zum HSV kommt: "Das ist Zukunftsmusik. Zunächst möchte ich als Kapitän der Löwen Erfolge feiern."

Neben Velyky laufen heute neun (!) weitere Weltmeister auf. Zu den vier WM-Helden vom HSV kommen noch Torwart-Titan Henning Fritz, Christian Schwarzer, Oliver Roggisch, Michael Haaß und Andrej Klimovets. HSV-Geschäftsführer Piet Krebs: "Mehr geht nicht."
Hängt der HSV die Löwen schon ab?

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Freitag, 14. September 2007

Zunkunftsaussichten

Lijewski Ja, ich komme zum HSV!
Flensburg-Star sagt für 2009 zu / "Wenn man die Möglichkeit hat, muss man sie nutzen" / Mit Bruder vereint


LARS ALBRECHT

Der HSV ist so stark wie nie. Mit einem Sieg morgen (15 Uhr, Color Line Arena, 5500 Tickets sind verkauft) gegen die hoch eingeschätzten Rhein-Neckar Löwen wollen Pascal Hens und Co. Spitzenreiter THW Kiel dicht auf den Fersen bleiben. Auch in Sachen Zukunft machen die Hamburger ernst. Flensburg-Star Marcin Lijewski soll 2009 kommen - und es sieht mehr als gut aus. Der polnische Vize-Weltmeister verriet der MOPO: Ja, ich komme zum HSV!

"Ich habe mit den Hamburgern gesprochen", bestätigt der 29-Jährige die Gerüchte der letzten Tage. "Und wir sind schon ganz weit." Worte, die wie Musik in den Ohren der Fans klingen. Mit dem Weltklasse-Mann Lijewski ist der Ersatz für Kyung-Shin Yoon, der noch eine Saison dranhängen soll, im rechten Rückraum gefunden. Dort wird der "Allstar" der WM 2007 dann gemeinsam mit seinem kleinen Bruder Krzysztof (24, Vertrag bis 2011) wirbeln. "Das ist nicht nur für uns beide, sondern für die ganze Familie ein Traum", schwärmt Marcin von der Zukunft. Die Eltern Eugeniusz und Lucija hoffen schon lange auf eine sportliche Vereinigung ihrer Söhne.

Doch nicht nur familiäre Gründe treiben Lijewski, der mit Frau Justyna zwei Kinder hat, nach Hamburg. "Das ist einfach eine geile Stadt", so der Träger des polnischen Verdienstkreuzes. "Wenn man die Möglichkeit hat, zum HSV zu wechseln, muss man sie nutzen", erklärt Marcin, der in zwei Wochen mit Flensburg in Hamburg gastiert.

Der erste für 2009 angekündigte Weltstar ist gefunden. Doch wer könnte der zweite sein? Noch immer wird Holger Glandorf (24, Nordhorn) beim HSV gehandelt. Kommt auch der Weltmeister, würde Krzysztof Lijewski auf die Mitte rücken.
Lijewski Ja, ich komme zum HSV!

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Kleine Schweinereien

Weltmeister-Ball mit den WM-Torhütern

HAMBURG -

Der 4. Februar ist Handball-Freunden in besonders guter Erinnerung, auch die 36. Spielminute des WM-Endspiels: Zwar führte Johannes "Jogi" Bitter den prächtig parierenden Henning Fritz wegen dessen Muskelfaserrisses vom Feld, dennoch ersetzte Bitter ihn danach derart gut, dass sich beide nach dem 29:24 gegen Polen als Weltmeister feiern lassen durften.

Damals spielte Fritz noch für den THW Kiel, Bitter für den SC Magdeburg. Morgen (15 Uhr) werden sich die Nationalmannschaftskollegen in der Color-Line-Arena erstmals in ihren neuen Teams gegenüberstehen: Bitter mit dem HSV Hamburg, Fritz mit den Rhein-Neckar Löwen. Rege ist der Keeper-Kontakt zwar nicht, jedoch wünschten sie sich per SMS viel Glück. Was bei Bitter, der mit dem HSV (6:0 Punkte) eine weiße Weste hat, mehr fruchtete als bei Fritz, dessen Team nach dem 25:26 gegen Kiel 4:4 Zähler aufweist. "Kiel hätte auch verlieren können, jetzt geht es für die Rhein-Neckar Löwen schon um Einiges", sagt Bitter. "Die werden kämpfen wie die Schweine."

Ob es auf der "Platte", wie die Handballer ihr Betätigungsfeld nennen, besonders versaut zugeht, sei dahingestellt. Das Bundesligaspitzenspiel ist indes ein echter Weltmeister-Ball. Gleich zehn Gold-Jungs laufen auf, und Europacupsieger HSV ist mit Bitter, Pascal Hens, Torsten Jansen und Stefan Schröder sogar in Unterzahl. Michael Haaß, Andrej Klimovets und Oleg Velyky, der wie HSV-Spieler Stefan Schröder bei der WM nicht zum Einsatz kam, spielten schon im Vorjahr in Mannheim, als die "Löwen" noch als SG Kronau-Östringen Zweiter im DHB-Pokal wurden. Indes hat Rhein-Neckar außer Fritz mit Abwehr-Hüne Oliver Roggisch und Christian Schwarzer - beide teilen sich die (Hand-)Arbeit als Kreisläufer - drei weitere namhafte Champions verpflichtet.

"Die Mannschft soll ein deutsches Gesicht haben", nennt Manager Torsten Storm eine Zielvorgabe. Er selbst geht "die neue Herausforderung" nach fünf Jahren bei der SG Flensburg-Handewitt seit Juli in Mannheim gleich neben der SAP-Arena an. Der Softwarehersteller und der Multi-Unternehmer Jürgen B. Harder, Lebensgefährte des früheren Schwimm-Stars Franziska van Almsick, trugen dazu bei, dass der Etat mit 5,7 Millionen Euro in der neuen Saison der dritthöchste in der stärksten Liga der Welt nach denen der Branchen-Primi Kiel und Hamburg ist (je 6,5 Millionen).

"Unser Angriffspunkt ist in dieser Saison Platz drei bis fünf", sagt Storm, für den auch nach dem Saisonstart mit vier Minuspunkten "alles in Ordnung" ist. Mit 10 000 Besuchern bei der Heimpremiere gegen den Kleinstadtklub Balingen sowie 13 000 in der vollbesetzten SAP-Arena und 40 verkauften VIP-Logen gegen Kiel konnte Storm schon wirtschaftliche (Teil-)Erfolge landen. Dass für das Hamburger Gastspiel seines Teams bis gestern erst gut 5000 Karten verkauft worden sind, wundert ihn etwas: "Es kommen sicher noch unattraktivere Gegner als wir. . . ."
Weltmeister-Ball mit den WM-Torhütern

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Donnerstag, 13. September 2007

Brüderpaare

"Wir wollen Lijewski"
München/Flensburg - Am Dienstag berichtete Sport1.de, dass Marcin Lijewski seinen bis 2009 laufenden Vertrag bei der SG Flensburg-Handewitt nicht verlängern wird.

Sein erster Ansprechpartner ist der HSV. Das hat Hamburgs Präsident Andreas Rudolph nun bestätigt.
"Wir wollen Marcin haben, verhandeln mit ihm", sagte Rudolph der "Hamburger Morgenpost."
Glandorf im Visier
Allerdings ist der polnische Weltklassespieler, der bei der Weltmeisterschaft 2007 ins Allstar-Team gewählt wurde und maßgeblichen Anteil daran hatte, dass die Polen bis ins Finale vorstießen, nicht der einzige Kandidat.
Rudolph erklärte, der HSV habe weiterhin einen Weltmeister im Visier: "Wir sprechen auch weiter mit Holger Glandorf."
Nachfolger von Yoon?
Hamburg plant langfristig mit Marcin Lijewskis Bruder Krzysztof für den rechten Rückraum. Der Vertrag des 24-Jährigen läuft bis 2011.
Nummer eins auf dieser Position ist aber Kyung-Shin Yoon. Der Vertrag des Südkoreaners läuft nach der Saison aus.
Hamburg will mit ihm bis 2009 verlängern.
Keine Verhandlungen mit den Löwen
Das würde passen, um einen nahtlosen Übergang zu Marcin Lijewski zu haben.
Nach Informationen von Sport1.de sollen die Verhandlungen weit fortgeschritten sein. Ein anderer Interessent für den 29-Jährigen könnten die Rhein-Neckar Löwen werden.
Allerdings erklärte Manager Thorsten Storm gegenüber Sport1.de: "Wir haben mit Marcin nicht verhandelt."
Krzysztof freut sich auf Marcin.
Einer würde sich besonders freuen, sollte der Wechsel von Marcin Lijewski an die Elbe klappen. Bruder Krzysztof.
Der meint: "Das wäre ein Traum, mit meinem Bruder für den selben Verein zu spielen."
Wir wollen Lijewski

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Löwenbändiger

Vorsicht, HSV! Löwen sind bissig
Morgen die nächste Bewährungsprobe - Kronau kommt mit sieben Weltmeistern und hätte fast Kiel gestoppt

LARS ALBRECHT

Noka Serdarusic war wütend. Der Trainer des THW Kiel meckerte nach dem 26:25-Zittersieg bei den Rhein-Neckar Löwen: "Überall kann ich lesen: Wer soll diese Zebras stoppen? Es gibt aber sieben oder acht Mannschaften, die uns schlagen können. Erst recht, wenn wir so spielen wie in Mannheim." Das Team, das den Titelfavoriten fast gestoppt hätte, ist morgen (15 Uhr, Color Line Arena) in Hamburg zu Gast. Vorsicht, HSV! Diese Löwen sind bissig.

"Wir haben Kiel ins Wanken gebracht, aber letztlich nicht daran geglaubt, dass wir sie schlagen können. Dabei wäre ein Sieg möglich gewesen", haderte Kronaus Torhüter Henning Fritz, der die Niederlage trotz seiner 19 Paraden nicht verhindern konnte. Vor den Augen von Bundestrainer Heiner Brand und 12881 Zuschauern in der Mannheimer SAP-Arena scheiterten die Rhein-Neckar Löwen letztlich an ihren Nerven. Besonders Fritz und sein Weltmeister-Kollege Christian Schwarzer ("Wir haben uns aus dem Konzept bringen lassen") gingen nach der vermeidbaren Niederlage mit ihren Kollegen hart ins Gericht. "Mit so einer Fehlerquote haben wir es gegen jede Mannschaft schwer", schimpfte Fritz (19 Paraden) über die technischen Unzulänglichkeiten. "Ich schätze diese Mannschaft hoch ein. Aber sie müssen sich eben noch einspielen", urteilte Brand.

Für den HSV wird das zweite Heimspiel der Saison in jedem Fall zur nächsten Bewährungsprobe. Neben Fritz und Schwarzer spielen mit Oliver Roggisch, Michael Haaß, Andrej Klimovets, Oleg Velyky und Uwe Gensheimer (im erweiterten WM-Kader) fünf weitere Weltmeister bei den Löwen. Trainer Martin Schwalb: "Kronau hat ein starkes Team. Wir müssen alles geben, um sie zu bezwingen."
Vorsicht, HSV! Löwen sind bissig

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Schädel Pino

HSV Handball zeigt Magdeburg die Grenzen auf
Eine leichte Ähnlichkeit mit Dieter Hoeneß war nicht zu leugnen. Der Manager des Fußball-Bundesligisten Hertha BSC Berlin hatte 1982 als Spieler des FC Bayern München im DFB-Pokalfinale gegen den 1. FC Nürnberg (4:2) den Turban im Sport kultiviert. So wie damals Hoeneß hüpfte am Dienstagabend in Magdeburg auch ein Profi des HSV Handball nach der Partie ausgelassen über das Spielfeld und feierte den verdienten 29:24 (19:9)-Sieg seiner Mannschaft beim SCM - Dimitrij Torgowanow. Ein zehn Zentimeter breiter Stirnverband schränkte das Sichtfeld seines rechten Auges ein. Ihm war nach einem Zweikampf mit dem Magdeburger Grzegorz Tkaczyk die Augenbraue geplatzt.
Aber das alles war Torgowanow, dem Kämpfer in der Defensive, der traditionell weder sich noch den Gegner schont, herzlich egal. Der 35 Jahre alte Routinier genoss den Augenblick. Zum ersten Mal überhaupt war den Hamburgern in der Magdeburger Bördelandhalle ein Sieg gelungen. In der vergangenen Saison hatte es noch ein 20:31-Debakel gesetzt. Dieses Mal war alles anders. Schon zur Pause war den SCM-Anhängern unter den 7300 Zuschauern die Hoffnung abhanden gekommen, dass ihr Team gegen den Vizemeister etwas würde ausrichten können. Als viel zu dominant hatte sich die Mannschaft von HSV-Trainer Martin Schwalb in der ersten Halbzeit erwiesen. Der HSV führte nach 30 enorm starken Minuten mit 19:9.
In der zweiten Halbzeit lief es aber bei weitem nicht mehr so gut für die Gäste. Es fehlte an der Konzentration. Und so kam Magdeburg bis auf 23:25 (56.) heran. In der Phase zeigte sich, wie der HSV an Klasse gewonnen hat. Als die Mannschaft gefordert war, war sie zur Stelle und entschied mit enormer Selbstsicherheit die Partie zu ihren Gunsten.
Ein Garant für den Erfolg war Torhüter Johannes Bitter, der an alter Wirkungsstätte eine hervorragende Leistung bot und 13 Würfe abwehrte. "Ich bin superglücklich, dass wir hier gewonnen haben. Wir haben eine phänomenale erste Halbzeit gespielt. Aber uns war klar, dass Magdeburg kämpfen würde", sagte Bitter. Von seinem Trainer erhielt er ein Extralob. "Wir haben ganz stark gespielt und hatten einen überragenden Jogi Bitter im Tor. In der zweiten Halbzeit hat der SCM sein wahres Gesicht gezeigt, während wir nachgelassen haben", sagte Schwalb.
Sein Team ist mit jetzt 6:0 Zählern in der Spitzengruppe angekommen. Am Sonnabend soll im Heimspiel gegen die Rhein-Neckar-Löwen (15 Uhr, Color Line Arena) der vierte Saisonsieg gefeiert werden. gör
HSV Handball zeigt Magdeburg die Grenzen auf

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Schritt für Schritt ins Paradies

"Ein großer Schritt nach vorn"
Den Rhythmus des HSV kann kaum ein Gegner mitgehen.

Von Achim Leoni

Hamburg -

Am Ende war Johannes Bitter doch zu spät dran. Im Kreis der Freunde und Weggefährten aus vier Magdeburger Jahren hatte der Nationaltorhüter völlig die Zeit vergessen. Erst in letzter Minute hastete Bitter in den abfahrbereiten Bus der HSV-Handballer vor der Bördelandhalle, zur Belustigung der Teamkollegen.

Als es noch ernst zuging am Dienstagabend im Duell der Europapokalgewinner, war der Weltmeister fast immer pünktlich zur Stelle. 13 von 33 Würfen seiner früheren Mannschaft, darunter zwei Siebenmeter, machte Bitter unschädlich, was Grundlage war für den eindrucksvollen 29:24-(19:9)-Sieg, den durchschnittlich 460 000 Fernsehzuschauer im DSF live miterlebten. "Jogi war unser großer Rückhalt", lobt Kapitän Guillaume Gille, "er hat die Magdeburger zur Verzweiflung gebracht."

Der Franzose kennt dieses Gefühl zu gut. Wie sein Bruder Bertrand musste er alle fünf Niederlagen in Magdeburg miterleben, die deprimierendste vor einem Jahr (20:31). Der Erfolg sei deshalb für ihn "ein großer Schritt nach vorn in unserer Vereinsgeschichte".

Beinahe wäre man noch ins Stolpern geraten. Von zehn Toren Vorsprung waren kurz vor Schluss plötzlich nur zwei übrig, aus der Gala war eine Zitterpartie geworden. Die scheinbar sichere Führung hatte unwillkürlich zu einem Strategiewechsel geführt, wie Sportchef Christian Fitzek beobachtete: "Wir haben versucht, den Vorsprung zu halten, und uns so selbst aus dem Rhythmus gebracht."

Am Ende hat ihn der Vizemeister wiedergefunden, und derzeit scheint es kaum eine Mannschaft zu geben, die ihn mitgehen kann. Vielleicht ja die Rhein-Neckar Löwen, gestern unglücklicher Verlierer gegen Kiel. Sie sind am Sonnabend (15 Uhr, Color-Line-Arena) nächster Gegner der Hamburger, die noch um den am Auge verletzten Dimitri Torgowanow bangen. "Wer soll diese Zebras stoppen?", titelt die neue "Handball-Woche" in Anspielung auf Branchenprimus Kiel. Der HSV hat eine Antwort gegeben.
Ein großer Schritt nach vorn

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Mittwoch, 12. September 2007

Talisman

HSV So stark wie nie!
Trainer Martin Schwalb spricht von neuer Qualität / Jetzt gegen die Löwen

DIRK HOFFMANN


Als er die Helden abgeklatscht hatte, hob HSV-Geschäftsführer Piet Krebs sein Portemonnaie aus der Hosentasche und öffnete es für die MOPO: "Hier, guck mal, hat mir mein Sohn Max vor der Saison als Glücksbringer geschenkt." Ein kleines Lego-Männchen! Glücklich war der 29:24-Sieg bei Auswärts-Angstgegner Magdeburg indes gar nicht - sondern einfach meisterlich!

Die erste Halbzeit (19:9!) hat nur das Wort "Weltklasse" verdient, nach langer Schwächephase im zweiten Durchgang zog sich der Vizemeister, als es noch mal eng wurde (25:23, 56.), am Ende selbst aus dem Sumpf. "Toll, wie die Jungs da Moral gezeigt haben", findet Krebs.

Stark auch, dass die Hamburger jetzt nicht abheben und Selbstkritik üben. Pascal Hens, mit seinem Tor zum 26:23 so was wie der Matchwinner: "Davor haben wir nicht gut gespielt, da muss ich mir auch an die eigene Nase greifen." Kapitän Guillaume Gille ergänzt: "In der zweiten Halbzeit haben wir einige dumme Sachen gemacht."

Trainer Martin Schwalb hat gleichwohl eine - im Vergleich zur vergangenen Saison - neue Qualität seines Teams festgestellt: "Wir gehen jetzt einfach konsequenter zu Werke."

Jogi Bitter, der in seiner alten Heimat eine starke erste Halbzeit im HSV-Kasten ablieferte (Guillaume Gille: "Das hat uns gepusht") und fast die Abfahrt des Teambusses verpasste, weil er mit so vielen alten Kollegen plauschen musste, war happy: "Wir haben ein Ausrufezeichen für uns selbst gesetzt." Jetzt schaut der neue Keeper bereits voraus aufs nächste Spiel am Sonnabend gegen die Rhein Neckar Löwen (15 Uhr, Color Line Arena): "Zwei Punkte zu Hause sind Pflicht, mit 8:0 Punkten hätten wir dann einen super Start hingelegt."

In der jetzigen Form spricht alles dafür. Und zur Not muss eben das kleine Lego-Männchen im Portemonnaie von Geschäftsführer Piet Krebs mithelfen.
HSV So stark wie nie!

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Das Warten wurde belohnt

Handball HSV bricht Bann
29:24! Erster Sieg in Magdeburg
Nach furioser erster Halbzeit geriet der Erfolg der Hamburger kurz vor Schluss noch in Gefahr.

Magdeburg -

"Endlich! Darauf haben wir fünf Jahre lang gewartet", schoss es aus Torsten Jansen heraus. Der Handball-Weltmeister des HSV strahlte übers schweißnasse Gesicht. Mit 29:24 (19:9) hatte die Hamburger im Duell der Europapokalsieger erstmals in der Bundesliga beim SC Magdeburg gewonnen: am Anfang überzeugend, am Ende zitternd, als der Vorsprung von zehn Toren bis auf zwei Treffer aufgebraucht war.

"In der zweiten Halbzeit haben wir den Faden verloren und die zuvor gezeigte Konsequenz vermissen lassen", gestand Jansen. Für HSV-Sportchef Christian Fitzek kam der Einbruch nicht überraschend: "Das Niveau der ersten Halbzeit war unmenschlich. Das konnten wir nicht halten. Aber die Mannschaft hat sich aus der Krise gekämpft. Das ist fast noch wertvoller als die spielerischen Glanzlichter im ersten Abschnitt." Fitzeks Fazit: "Wir haben zwei Punkte mehr als in vergangenen Saison gegen die gleichen Gegner. Jetzt sollten die Hamburger am Sonnabend gegen die Rhein-Neckar Löwen die Color-Line-Arena stürmen."

Der Beginn war furios und versetzte Stefan Kretzschmar in Entsetzen. Vor einem Jahr trieb der ehemalige Nationalspieler seinen SC Magdeburg zu einem triumphalen 31:20-Erfolg über die Hamburger und löste elbabwärts eine veritable Krise aus. In der Rolle des sportlichen Leiters musste der 34-Jährige nun tatenlos mit ansehen, dass sich die Kräfteverhältnisse verschoben haben. Diesmal war es der HSV, der von der ersten Sekunde an das Kommando übernahm, aufs Tempo drückte und seine Torchancen konsequent nutzte. 7300 Zuschauern in der Bördelandhalle verschlug es die Anfeuerungsrufe. Während HSV-Torhüter Johannes Bitter in der Anfangsphase zwei Siebenmeter seiner ehemaligen Mitspieler parierte, blieb seinem Gegenüber Silvio Heinevetter gegen die Sprungwürfe eines Pascal Hens und die platzierten Geschosse eines Hans Lindberg keine Zeit zur Reaktion. Das Resultat des dynamischen Ungleichgewichts: Die Hamburger führten nach neun Minuten 6:1, nach 27 mit 17:7.

Zwischenzeitlich hatte HSV-Kreisläufer Dimitri Torgowanow eine unfreiwillige Auszeit nehmen müssen. Nach einem Zusammenprall platzte seine rechte Augenbraue auf. Sie wurden in der Kabine geklebt und nach dem Spiel im Krankenhaus genäht. Mit einem roten Stirnband kehrte der 35 Jahre alte Russe noch vor der Pause zurück. Da saß Magdeburgs Bennet Wiegert längst auf der Bank. Der Nationalspieler hatte nach einer harten Attacke gegen Krzysztof Lijewski in der 16. Minute Rot gesehen. Eine Zweiminutenstrafe wäre der Tat auch gerecht geworden.

Nach dem Wechsel indes war die Hamburger Herrlichkeit vorbei. Als Grzegorz Tkaczyk in der 41. Minute den Rückstand der Magdeburger zum 17:22 auf fünf Tore halbiert hatte, war es jetzt HSV-Präsident Andreas Rudolph, der seine Stirn in Sorgenfalten legte. Und als Lindberg zwei Minuten später seinen zweiten Siebenmeter verwarf, schien es um die Souveränität des HSV geschehen. Fünf Minuten vor Schluss verkürzte Karol Bielecki auf 23:25. Die Halle tobte. HSV-Trainer Martin Schwalb nahm eine Auszeit, beruhigte seine Mannen. Es half. Hens, Bertrand Gille, Kyung-Shin Yoon und Lindberg machten anschließend den ersten HSV-Sieg in Magdeburg perfekt.
29:24! Erster Sieg in Magdeburg

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Geiles Spiel

HSV mit begeisternder ersten Halbzeit und guten letzten fünf Minuten zu 29:24-Erfolg in Magdeburg

Bertrand Gille feierte mit dem HSV den ersten Sieg in Magdeburg
Foto: Uwe Stelling
Nach einem 9:19 Rückstand zur Pause kam der SC Magdeburg im zweiten Abschnitt mit einer beeindruckenden Aufholjagd noch auf 23:25 heran, musste sich am Ende aber dennoch mit 24:29 geschlagen geben. Zur richtigen Zeit hatte Martin Schwalb seine Auszeit genommen und die Gäste wieder zurück auf die Erfolgsspur des ersten Abschnitts gesetzt. Für die Hamburger, die im Vorjahr in Magdeburg noch mit 20:31 verloren hatten, feierten damit ihren ersten Sieg in Magdeburg. Mit dem dritten Sieg im dritten Spiel verbesserte sich der HSV auf den zweiten Tabellenplatz, Magdeburg steht mit einem ausgeglichenem Punktekonto von 4:4 Punkten auf dem achten Platz.
HSV mit begeisternder ersten Halbzeit und guten letzten fünf Minuten zu 29:24-Erfolg in Magdeburg
Supergeile Auswärtsfahrt, so holt man auch die Punkte in Kiel ab.

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Dienstag, 11. September 2007

Revanchegelüste

Handball: HSV mit neuem Mut zum Altmeister

HAMBURG -

An den 13. Oktober 2006 kann sich Per Sandström noch gut erinnern. Gern würde er den Tag aus seinem Gedächtnis streichen. Doch die 20:31-Niederlage beim SC Magdeburg ist für den Schweden "eines dieser Spiele, die du nie mehr vergisst". Als er seinerzeit nach 15 Minuten von Goran Stojanovic den Posten im Tor der HSV-Handballer übernahm, hatte das Debakel beim Stand von 3:10 längst seinen Lauf genommen. Sandström machte seine Sache ordentlich, er parierte zwölf Würfe, sogar einen Siebenmeter, aber das reichte nicht, um die "Beerdigung erster Klasse" (Sportchef Christian Fitzek) abzuwehren. Die Predigt zum Trauerspiel hielt anschließend Präsident Andreas Rudolph: Von der wütenden Kabinenrede an die hoch bezahlten Angestellten erzählt man sich beim HSV noch heute. Nur der Schrecken ist gewichen.

Aus der sicheren Distanz fast eines Jahres betrachtet, markiert die schmerzvolle Niederlage einen Wendepunkt in der sportlichen Entwicklung des Vereins. Nur noch zwei Bundesligaspiele haben die Hamburger seitdem verloren (in Flensburg und in Mannheim), dafür Vizemeisterschaft und Europapokal gewonnen. Und sie haben ihren Komplex überwunden, bei Spitzenmannschaften nicht siegen zu können. Der HSV, der heute Abend (20.15 Uhr/DSF live) in die Bördelandhalle einläuft, ist also nicht mehr der, der sie in den vergangenen fünf Jahren stets als Verlierer verlassen hat. "Wir alle brennen auf Revanche", verspricht Sandström.

Die Chance dazu war nie größer. Sechs Leistungsträger haben den SC Magdeburg nach dem Gewinn des EHF-Pokals verlassen, zum Saisonende werden die polnischen Stars Grzegorz Tkaczyk und Karol Bielecki dem bereits abgewanderten Weltmeister Oliver Roggisch zu den Rhein-Neckar Löwen nach Mannheim folgen. Mit seinem Etat von offiziell 3,5 Millionen Euro hat der Champions-League-Sieger von 2002 den Kontakt zu den Branchenführern aus Kiel und Hamburg (jeweils 6,5 Millionen Euro) verloren. Nur mit Mühe konnte der Traditionsverein die Insolvenz abwenden, gegen Exmanager Bernd-Uwe Hildebrandt ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Steuerhinterziehung und Bestechlichkeit. Sein Nachfolger Holger Kaiser spricht von einem "Umbruch" beim Altmeister: "Der THW Kiel, der HSV und die Rhein-Neckar Löwen haben Meilenstiefel an, die sind uns einiges voraus." Sportlich scheint der Rückstand überschaubar zu sein, fünf Tore waren es am Sonnabend bei der 25:30-Niederlage in Kiel. Trainer Bogdan Wenta hat die Rückkehr in die Champions League als Ziel ausgegeben.

Von einem sinkenden Schiff, sagt Vereinsidol Stefan Kretzschmar, als sportlicher Leiter frisch ins Management gewechselt, könne folglich keine Rede sein: "Das Schiff hat nur noch nicht Fahrt aufgenommen." Johannes Bitter drückt es, im Bild bleibend, so aus: "Der Wellengang war zuletzt ein bisschen hoch, aber die werden nicht von der Landkarte verschwinden."

Vier Spielzeiten lang stand der Nationalspieler im Tor der Magdeburger, bevor er im Juli als Weltmeister zum HSV wechselte. "Ich freue mich sehr auf die Rückkehr", versichert Bitter, was ein wenig überraschen mag. Als er sich eingangs der vergangenen Saison öfter auf der Bank als auf dem Feld wiederfand, fühlte er sich von Wenta dafür abgestraft, dass er seinen bevorstehenden Weggang publik gemacht hatte. "Ich habe von Anfang an mit offenen Karten gespielt", sagt Bitter. Deshalb fürchte er keine negativen Reaktionen der Fans: "Ich habe keine Angst, dort einzulaufen."

Mit einigen Spielern aus Magdeburg stehe er weiter in gutem Kontakt. Nur im Fall Bieleckis mischt sich Unbehagen in die Wiedersehensfreude: "Er ist einer der Spieler, gegen die ich nicht so gern im Tor stehe. Bisher waren wir zum Glück in einer Mannschaft. Aber in der WM-Vorrunde hat er mich rausgeschossen."
HSV mit neuem Mut zum Altmeister

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Montag, 10. September 2007

Feuer frei!

Wir stoppen die Serie des Grauens
HSV verspricht Erfolg in Magdeburg / DSF überträgt heute live ab 20.15 Uhr / Boss Rudolph hält Kabinen-Ansprache


DIRK HOFFMANN

Wenn nicht jetzt, wann dann? Vor dem Knaller beim SC Magdeburg (20.15 Uhr, live in DSF) versprechen die HSV Handballer: Wir stoppen die Serie des Grauens!

In fünf Jahren Bundesliga gabs für die Hamburger nur Pleiten in der Bördelandhalle - die bitterste vor einem Jahr: 20:31, das Schwalb-Team wurde regelrecht geschlachtet. "Diese Niederlage haben wir alle noch im Hinterkopf, das ist eine Extra-Motivation für uns. Die Vorzeichen für einen Sieg sind besser denn je. Wir haben die Waffen, um jede Mannschaft zu schlagen, wir müssen sie nur auspacken", sagt Bertrand Gille.

Nach dem 39:29 in Melsungen und dem 42:27 gegen Großwallstadt ist der Optimismus groß im Lager des Vize-Meisters. Superstar Pascal Hens: "Wir werden Vollgas geben und zeigen, dass es auch anders geht als in der letzten Saison." Abräumer Matti Flohr: "Letztes Jahr wurden wir an die Wand gespielt. Deswegen freuen wir uns besonders aufs Spiel. Wir wollen im Hexenkessel dagegenhalten."

Durch die Abgänge von Jogi Bitter, Stefan Kretzschmar, Joel Abati, Oliver Roggisch und Oleg Kuleschow ist Magdeburg wesentlich schwächer besetzt als in den Vorjahren. Eine Chance, die es zu nutzen gilt. Boss Andreas Rudolph wird deshalb vor dem Spiel in der Kabine eine Ansprache halten: "Ich werde an die Blamage aus der letzten Saison erinnern und an die Ehre appellieren." Drei Punkte aus den beiden Partien heute und Sonnabend gegen Kronau sind für den Mäzen Pflicht: "Dann sind wir ganz oben dabei."

Aber ein Punkt in Magdeburg reicht den Spielern nicht. Schlusswort von Rechtsaußen Stefan Schröder: "Es wird Zeit, da zu gewinnen." Wenn nicht jetzt, wann dann?
Wir stoppen die Serie des Grauens

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Brisanz

"Ich bin besser, als ich behandelt wurde"
Die Bundesliga-Mannschaft des HSV Handball muss beim SC Magdeburg antreten. Für Weltmeister Johannes Bitter ist es eine ganz besondere Partie – der Nationaltorwart spielte bis zum Frühjahr 2007 beim SCM. Nun will der gebürtige Friese seinen ersten nationalen Titel gewinnen. WELT ONLINE sprach mit ihm.
An diesem Dienstag um 20.15 Uhr muss die Bundesliga-Mannschaft des HSV Handball beim SC Magdeburg antreten. Für Weltmeister Johannes Bitter (25) ist es eine ganz besondere Partie – der Nationaltorwart spielte von 2003 bis zum Frühjahr 2007 im Tor des SCM, ehe er an die Elbe wechselte. Hier will der gebürtige Friese seinen ersten nationalen Titel gewinnen. Mit ihm sprach Michael Rehder.
WELT ONLINE: Wie schwierig war Ihr letztes Jahr in Magdeburg, nachdem Sie den Wechsel zum HSV frühzeitig bekannt gegeben hatten?
Johannes Bitter: Es war auf jeden Fall schwierig. Ich hatte gehofft, dass man meine Entscheidung akzeptieren würde. Ich hatte auch damit gerechnet, dass ich dann nicht mehr so viel spiele. Aber dass ich teilweise persönlich dafür angegriffen wurde, dass ich mein Leben anders gestalten wollte, konnte ich nicht ganz nachvollziehen.
WELT ONLINE: Sind Sie also im Streit gegangen?
Bitter: Nein, nicht im Streit, Die Zeit in Magdeburg war für mich eine supergeniale Zeit und durch den EHF-Pokal-Gewinn im letzten Jahr auch noch eine sehr erfolgreiche. Ich habe dort viel gelernt, es war praktisch der Startschuss in meiner Karriere. Daher blicke ich überhaupt nicht böse zurück. Aber jetzt gebe ich in Hamburg Vollgas und will natürlich versuchen, einigen Leuten in Magdeburg zu zeigen, dass ich besser bin, als ich zum Schluss behandelt wurde.
WELT ONLINE: Sie sind vom Bundesliga-Sechsten zum Vizemeister gekommen. Welche Ziele haben Sie hier?
Bitter: Natürlich möchte ich mit dem HSV einen Titel holen, das ist völlig klar. In der Meisterschaft wollen wir oben angreifen, im Final Four sowieso, weil das in unserer Halle ausgetragen wird. Außerdem spielen wir in der Champions League. Da vom Titel zu sprechen wäre aber vermessen. Ich hoffe aber, dass ich durch meine zwei Champions-League-Teilnahmen mit Magdeburg ein bisschen Erfahrung einbringen kann.
WELT ONLINE: Ist der HSV reif für Titel?
Bitter: Auf jeden Fall. Die Mannschaft ist sehr ausgeglichen besetzt und in den letzten Jahren immer punktuell verstärkt worden. Die Stützen haben langfristige Verträge, der Kader besteht fast nur aus Nationalspielern. Das zeigt doch, dass die Mannschaft ein unglaubliches Potenzial hat.
WELT ONLINE: Wenn man nach der Statistik gehaltener Bälle in der letzten Saison geht, müssten Sie mit Per Sandström jetzt ein fast unschlagbares Torwartduo bilden.
Bitter: Das wäre natürlich schön, wenn das so wäre. Ich glaube, wir haben beide in der letzten Saison gezeigt, was wir können. Wenn wir es schaffen, als Team zusammenzuspielen, ist das natürlich eine ideale Lösung. Wir sind zwei unterschiedliche Typen. Die muss man aber auch haben, um mal Schwächephasen eines Torhüters ausgleichen zu können. Außerdem verstehen wir uns auch sehr gut.
WELT ONLINE: Bei der WM waren Sie im Tor die Nummer zwei hinter Henning Fritz, haben ihn aber dennoch von der Seitenlinie leidenschaftlich unterstützt. Sollte man als Torhüter nicht eigentlich Egoist sein?
Bitter: Man kann sicher sagen, dass das Torhüterduo, oder wie jetzt beim HSV mit Junioren-Nationalkeeper Jürgen Müller sogar ein Trio, ein Team im Team ist. Aber man muss nicht unbedingt Egoist sein, wir sind ja keine Fußballtorhüter, bei denen immer nur einer spielen kann. Wir sind insofern Egoisten, weil wir an uns selber denken und ganz allein den Ball halten müssen. Aber um ein Topniveau bringen zu können, braucht man gute Partner an seiner Seite.
WELT ONLINE: Sie wären von der Statur her auch ein guter Basketballer. Wie groß sind Sie genau?
Bitter: Ich würde sagen, 2,04 Meter, aber ehrlich gesagt weiß ich das nicht so genau. Also ein bisschen größer als das Tor auf jeden Fall.
WELT ONLINE: Wäre es dann für Ihren Hinterkopf nicht besser, wenn Sie auf dem Feld spielen würden?
Bitter: Ich glaube, auf dem Feld ist es wesentlich gefährlicher. Als großer Torwart lernt man, sich so zu positionieren, dass man nicht ständig gegen die Latte rennt. Es ist auch nicht vorteilhaft, direkt auf der Linie zu stehen. Ich stoße mich vielleicht noch zweimal im Jahr.
WELT ONLINE: Seit Kurzem läuft in den Kinos der Film zur Handball-Weltmeisterschaft: „Projekt Gold“. Haben Sie ihn schon gesehen?
Bitter: Ja, wir waren bei der Premiere in Dresden, und ich muss sagen, es ist wirklich ein sehr gelungener Film. Genau die Gefühle, die ich während der WM hatte, sind dabei wieder hochgekommen. Das ist schon ein hochemotionaler Film für uns Spieler, weil er zeigt, wie diese Mannschaft gekämpft hat und zusammengewachsen ist, wie wir alle aufgestanden sind nach der Niederlage gegen Polen in der Vorrunde und dann das Unmögliche, den WM-Titel, noch geschafft haben. Ich kann den Film jedem nur empfehlen.
WELT ONLINE: Im Finale gegen Polen wurden Sie ins kalte Wasser geworfen und mussten nach 35 Minuten den verletzten Hennig Fritz ersetzen. Durch sensationelle Paraden trugen Sie maßgeblich zum Titelgewinn bei. Werden Sie auf der Straße jetzt als „WM-Held“ erkannt?
Bitter: Klar, der Wiedererkennungswert ist nach der WM enorm gestiegen. In Magdeburg war man sowieso schon Teil des öffentlichen Lebens, dadurch dass die Stadt förmlich für den Handball lebt. In Hamburg, habe ich mir eigentlich gedacht, ist es ein bisschen ruhiger, aber ich wurde mittlerweile eines Besseren belehrt. Ich werde schon viel häufiger erkannt, als ich das vorher gedacht habe.
WELT ONLINE: Dazu trägt wohl auch bei, dass Sie sich eine Wohnung mitten in der Stadt ausgesucht haben.
Bitter: Absolut – meine Frau und ich haben vorher sehr ausgiebig gesucht, und durch meinen Heimatort, der ja nur zwei Stunden entfernt ist, war ich natürlich früher schon häufiger in Hamburg und kannte die Stadt ein bisschen. Die Entscheidung ist auf das Schanzenviertel gefallen, weil wir einfach mitten rein wollten in ein junges Viertel. Es ist für uns sehr wichtig, die Großstadt zu genießen und richtig kennenzulernen.
Ich bin besser, als ich behandelt wurde
Das wird morgen bestimmt ein spannendes Spiel, Magdeburg ist auch ganz gut in die Saison gekommen, sich in Kiel nur 30 Tore zu fangen zeugt von einer starken Abwehr. Mit der Angriffsleistung vom Samstag aber können wir auch die knacken. Wenn dann Jogi noch steigert sind da 2 Punkte drin.

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